Sebastian Krämer | HRO

Warnowspitzen


„Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien -CHANSON-„

 

Sa 10.03.2018 Ursprung | ROSTOCK
Einlass: 19:00 Uhr, Beginn 20:00 Uhr
VVK: 18,- € | AK 22,- €


Im Glanz der Vergeblichkeit – Vergnügte Elegien – CHANSON –

Man weiß nicht, wer mehr zu bedauern ist, der Jammerlappen oder die, die er naß macht – während sich zeitgenössischer Deutschpop in der Exaltierung von Emotionen gefällt, verlegt Sebastian Krämer sich aufs Gegenteil: beispielhafte Contenance als Umzäunung beispielloser Abgründe. Vergnügte Elegien (ein Genre, das zu diesem Zweck eigens erfunden werden mußte) führen den Beweis: Schlimmes kann durchaus bekömmlich sein – je nachdem, wie man es anrichtet.

Die Quellen, aus denen diese etwas anderen Stimmungslieder schöpfen, sind dunkel. Dramatis personae: eine Puppe im Garten, eine Skulptur von Barlach, die Kinder einer geläuterten Hexe im Linienbus, Mops und Bienenstich. Was sich in den Augen dieser Figuren spiegelt wie die Lichter vorbeihuschender Fahrzeuge bei Nacht, erreicht uns nur als dumpfe Ahnung. Mediale Katastrophen verstauben auf Wiedervorlage; Krämer macht sich seine Sorgen noch selber. Und wie sich das für Sorgen so gehört, ist er noch nicht mit ihnen fertig geworden. Unter der Oberfläche beschwingter Melodien und eleganter Erzählungen schwelen Unheil, Trauer, Verlorenes, Vergebliches.

Dieser Chansonnier beherrscht die Kunst der Modulation auf allen Ebenen. Oder ist er ihr selbst hilflos ausgeliefert? Sein musikalisches Vokabular reicht von Swing bis Wiener Schule. In den Kommentaren gibt sich Krämer kapriziös, in den Liedern lieblich bis derb. Und je burlesker die Fassade, desto filigraner die Botschaft. Das ist Klagen auf hohem Niveau.

„Sebastian Kramer ist ein Hochgenuß. In einer Riege mit Morgenstern, Ringelnatz und Kreisler. Glücklich das Land, das Talente schon zu Lebzeiten erkennt.“
Dr. Eckart von Hirschhausen

„Krämer hat die Zuverlässigkeit der Post zuzüglich eines Sendungsbewußtseins.“
Marco Tschirpke

„Es gibt keine lustige Musik.“
Franz Schubert

„Füllhöhenschwankungen sind transportbedingt.“
Kellogg’s Special K

2001 & 2003 Deutscher Poetry-Slam-Meister
2009 Deutscher Kleinkunstpreis für Chanson
2012 Sonderpreis des Deutschen Kabarett-Preises
2017 Deutschen Musikautorenpreis der GEMA
und Deutsch-Französischen Chansonpreis.